
Die Toten Hosen
Punkrockband aus Düsseldorf
Bandmitglieder: Campino (Andreas Frege, Gesang), Breiti (Andreas Breitkopf,
Gitarre),
Kuddel (Andreas von Holst, Gitarre), Andi (Andreas Meurer, Bass)
und
Wölli (Wolfgang Rohde, Schlagzeug)
Versuch einer Biographie
Ostern 1982 spielten wir unser erstes Konzert in Bremen, bedauerlicherweise
angekündigt als „Die Toten Hasen“. Davon ließen wir uns
aber nicht entmutigen und nutzten in den folgenden Monaten jede Gelegenheit,
um Konzerte zu spielen. Das Publikum, dessen Anzahl zwischen 20 und 150 schwankte,
reagierte von gelangweilt über verstört bis enthusiastisch; „Eisgekühlter
Bommerlunder“ und „Opel Gang“ sangen sie aber alle mit.
1984 begannen wir, mit dem wahren Heino im Vorprogramm aufzutreten.
Der Streit zwischen ihm und seinem Doppelgänger, einem gleichnamigen Bäckergesellen
aus Düsseldorf, eskalierte. So fand die Karriere des wahren Heino vor dem
Bonner Landgericht ein abruptes Ende.
Nach der „Unter falscher Flagge“-Tour verließ
Trini im Oktober 1985 den Platz hinter dem Schlagzeug, um wenig später
als Trainer und Manager zurückzukehren.
Nach einigen vergeblichen Versuchen mit anderen Jungs übernahm
Wölli im Juli 1986 die Schlagzeugstöcke. Beim Anti-WAA Festival in
Wackersdorf feierte er im intimen Rahmen vor 120.000 Zuschauern mit wackligen
Knien seinen Einstand und rief gleich darauf mit uns zur „Damenwahl“
auf.
Weniger erfolgreich waren wir dagegen im August beim Schwarzwald-Pokal
in Freiburg, denn wir schieden durch Elfmeterschießen im Halbfinale aus
(den Pokal nahmen wir aber trotzdem mit).
Anfang 1987 trugen wir zum ersten Mal unsere interne Ski-Rennwoche
aus. Bilanz nach fünf Tagen: Mehr Regen als Schnee, ein gebrochenes Wadenbein,
eine aus-gekugelte Schulter und die Idee zu „Never mind the Hosen –
here’s Die Roten Rosen“, die aus gegebenem Anlass beim Fischerwirt
in Strobl am Wolfgangsee entstand. Unbewußt wurde Ende desselben Jahres
eine Tradition begründet: Im Tor 3 in Düsseldorf fand das erste Weihnachtskonzert
statt.
1988 bedauerte so mancher Abonnent des Bonner Schauspielhauses,
nicht aufmerk-samer das Programm studiert zu haben und dem Abend fernzubleiben,
als wir der Einladung folgten, die Musik zur Uraufführung von „Clockwork
Orange“ zu liefern, „Ein kleines bißchen Horrorschau“.
Am 19.3.1989 spielten wir zum ersten Mal in Rottweil. Am folgenden
Tag fand die schicksalhafte Begegnung zwischen Campino und dem „Mädchen
aus Rottweil“ statt, die später legendär werden sollte. Bei
derselben Tournee sammelten wir eine Mark pro Eintrittskarte, um von dem Erlös
einen kompletten Nachwuchsspieler und das rechte Bein des ghanaischen Nationalspielers
Anthony Baffoe für Fortuna Düsseldorf zu bezahlen, die sogenannte
Fortuna-Mark.
1990 waren wir auf dem „Kreuzzug ins Glück“:
Zum ersten Mal Platz 1 in den Charts, die Tournee ausverkauft und im Vorprogramm
der Rolling Stones gespielt. Doch es sollte noch besser kommen! Von der Fußball-WM
in Italien berichteten wir vier Wochen lang für Presse und Radio. Wir sahen
jeden Tag mindestens ein Spiel live, lernten in Neapel, wie man wirklich Auto
fährt, verliebten uns in die drei Töchter des Wirts der abgelegenen
Kaschemme an der N 286 nach Salernitana, badeten in den heißen Schwefelquellen
bei Orvieto, sahen Diego Maradonna nach dem Sieg gegen Italien durch den argentinischen
Mannschaftsbus toben und warten noch heute auf den Pulitzer-Preis für unsere
tägliche Kolumne in der „taz“...
Die vollständige "Biografie" findet Ihr hier